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Die
Friedrich-Ebert-Stiftung –
Wer ist das? Und was machen die eigentlich in
Thailand?
Diese Fragen
beantwortete Herr Dr. Stefan Chrobot, Leiter der hiesigen
Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) umfassend und kompetent beim Besuch
der zehn Drehscheibe-Damen am 17. Mai im FES-Büro Bangkok. Und da
wurden sie nicht nur sehr herzlich begrüsst, sondern auch mit
Selbstgebackenem (dank ‚Insider-Kontakten’) verwöhnt.
Stefan Chrobot
ging auf die Geschichte der FES ein (www.fes.de),
die 1925 als politisches Vermächtnis des ersten demokratisch
gewählten deutschen Reichspräsidenten, Friedrich Ebert, gegründet
wurde. Der Sozialdemokrat Friedrich Ebert war vom einfachen
Handwerker in das höchste Staatsamt aufgestiegen und regte bei
Gründung der Stiftung schon damals an, zu internationaler
Verständigung und Zusammenarbeit beizutragen.
Diesem
Vermächtnis ist die FES auch heute noch verpflichtet und mit Büros
in mehr als 90 Ländern vertreten. Obwohl eine ‚Politische Stiftung’
und ‚SPD-nah’ ist sie und agiert auch vollkommen unabhängig und
keinesfall parteipolitisch. Stefan Chrobot ging auf die politischen
Stiftungen international und auch hier vor Ort ein wie z.B. mit die
Konrad-Adenauer-Stiftung/CDU, Heinrich-Böll-Stiftung/Die Grünen oder
der Friedrich-Naumann-Stifung/FDP um nur die wichtigsten zu nennen.
Während bei
einer Firma oder Fertigung die Technik im Fordergrund steht und
Training und Weiterbildung betrieben werden, so sieht die FES ihre
Aufgabe in der ‚Verbesserung der Software’ in der Gesellschaft,
insbesondere bei den Arbeitern, und dies langfristig. Nur über Jahre
aufgebaute, gewachsene Strukturen und Kontakte, sowie das Fördern
von Gesprächen untereinander sind nachhaltig erfolgreich und stabil.
Beispiele hierzu: thailändische Journalisten treffen ihre Kollegen
aus Kambodscha, moslemische Führer aus Pattani besuchen ein Seminar
in Bangkok zum besseren Verständnis von rechtsstaatlichen Systemen,
eine Gewerkschaftsführerin informiert die Gesundheitsministerin über
die Probleme und Belastungen der Arbeiterinnen. „Alles kleine
Beiträge zur Demokratie“, meint Stefan Chrobot.
Das FES-Team
hatte eine kleine Präsentation mit Fotos von Veranstaltungen
vorbereitet, die Dr. Chrobot kommentierte. Hierzu ein Beispiel, das
sehr tragisch war, durch das jedoch eine ‚Nationale Unfallverhütung’
geschaffen wurde:
Am 10. Mai
1993 gab einen Grossbrand in einer Spielwarenfabrik, in der die
damals bei Kindern weltweit beliebten ‚Trolle’ für den Export
gefertigt wurden. Entgegen aller Vorschriften war das Gebäude nur
aus Stahl, ohne Betonstützen, gebaut, Brandschutzmelder gab es
nicht. Leicht enflammbare Materialien waren im Erdgeschoss gelagert,
wo auch der Brand ausbrach und sich in Windeseile durch die
Stahlstreben – die einfach schmolzen – und durch die Stockwerke
hinauf frass. Von 4000 Arbeitern - vorwiegend Arbeiterinnen -
starben 188 (davon mehr als 170 Frauen!), es gab hunderte von
Verletzten. Der 10. Mai ist heute der Nationale Unfallverhütungstag
in Thailand. Ausführlich dargestellt ist diese Katastrophe und die
Konsequenzen daraus im Thai Labour Museum (siehe hierzu auch
http://www.drehscheibe-bangkok.com/Berichte/labour_museum.htm)
Über die
vielfältigen Aktivitäten der FES in Thailand – auch im Hinblick auf
die brisante Lage im Süden, praktische Hilfe für Tsunami-Opfer,
Hilfe für Arbeiterinnen wie Kündigungsschutz und Kinderbetreuung
(was ja auch im hochtechnisierten Deutschland ein immer noch
unbefriedigend gelöstes Thema ist) - könnt Ihr Euch auf der Website
der FES unter
www.fes-thailand.org ausführlich informieren.
Kurzberichte
von Stefan Chrobot wie z.B.
Thailand nach
den Wahlen: ‚Premier Thaksin zwischen Machtzuwachs und Krise im
Süden’ sowie ‚Trotz innenpolitischer Krise: Premier Thaksin hat
Thailand fest im Griff’ finder Ihr unter
www.fes.de/asien.
AF

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