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Firmenbesichtigung bei der Firma
Mattel

Barbie, Spielsachen, Mattel –
Schlagworte, die bei 19 Drehscheibe-Damen Interesse geweckt haben.
Je nach kuerzerem oder laengerem Stau auf dem Anfahrtsweg trafen
alle +/- 10 Uhr auf dem Firmengelaende ein. Sofort wurden wir sehr
freundlich empfangen und mit heissen und kalten Getraenken sowie
Gebaeck bewirtet. Einige Damen konnten auch Ihre
Franzoesischkenntnisse einsetzen, da eine Mitarbeiterin mit
abgeschlossenem Franzoesischstudium hoch erfreut war, etwas zu
parlieren.
Herr Manikam Arunagiri ‚Giri’, der
Manager des Werkes, begruesste uns ganz herzlich und gab eine kurze
Praesentation zu Mattel und der Produktionsstaette hier in Samut
Prakan. Die von ihm angekuendigte Dauer des Vortrages mit ca. 3
Stunden verursachte bei manchen Teilnehmerinnen entsetztes
Stirnrunzeln, doch der Kommentar ‚just joking’ liess uns relativ
entspannt den Abriss ueber die geschichtliche Entwicklung Mattels
verfolgen.
Mattel wurde 1945 von Ruth und Elliot
Handler sowie Harold ‚Matt’ Matson gegruendet. Zuerst war dies nur
eine kleine Werkstatt in einer Garage in Sued Kalifornien, die
Bilderrahmen herstellte. Als Nebentaetigkeit entwickelte Elliot aus
den Holzabfaellen der Rahmenproduktion Moebel fuer Puppenhaeuser.
Als Matson seine Firmenanteile verkaufte, verlegten die Handlers den
Schwerpunkt Ihrer Firma auf die Spielwarenproduktion. Nicht zuletzt
deshalb, weil sie von dem Erfolg der Puppenmoebel ermutigt waren. Im
Jahr 1955 beginnt Mattel fuer Ihre Produkte in der beliebten TV Show
‚Mickey Mouse Club’ zu werben und revolutionierte damit die Art und
Weise, Spielzeug zu vermarkten. Angeregt duch die Faszination ihrer
Tochter Barbara fuer Papierpuppen zum Ausschneiden, entwarf Ruth
Handler eine dreidimensionale Puppe. Diese Puppe wurde nach dem
Kosenamen ihrer Tochter ‚Barbie’ benannt. 1963 geht Mattel an die
Boerse und uebertrifft bereits 2 Jahre spaeter die US $ 100 Mio
Marke. 1961 wurde Ken, Barbies einziger Freund auf den Markt
gebracht, der nach Handlers Sohn benannt war. Obwohl es ‚Matchbox’-
Autos schon seit Anfang der 50iger Jahre gab, wurden 1968 ‚Hot
Wheels’-Fahrzeuge aus Gusseisen eingefuehrt. Im Jahr 1975 verliessen
die Firmengruender die Firma. Die Entwicklung schreitet fort. 1977
produzierte Mattel erstmals elektronisches Spielzeug, 1982 ‚He Man’
und ‚Masters of the Universe’. 1988 expandiert Mattel und schliesst
sich mit Disney zusammen. Fisher Price wird 1993 uebernommen. 1996
sponsert Mattel NASCAR Winston Cup Series. Diese Sponsorship fuehrt
zu einer weiteren Produktlinie der ‚Hot Wheels, den Rennautos und
Sammlermodellen. 1997 – vielleicht nachdem die Presse massiv ueber ‚sweatshop
Fabriken’ berichtet hat, gruendet Mattel die ‚Global Manufacturing
Principles GMP’. Ein Meilenstein zu einer konsequenten Verpflichtung
gegenueber einer verantwortungsvollen Produktionstechnik auf der
ganzen Welt. Mattel war der erste globale Produzent, der dieses
System weltweit anwendet. Nach einem gewinntraechtigen Jahr spendet
Mattel 1998 US $ 25 Mio dem UCLA Kinderkrankenhaus. 1999 gibt
Ferrari der Firma Mattel weltweite Exklusivrechte zur Produktion von
Spielwaren, Accessoires und Sammelobjekten fuer Erwachsene. Fuer
Harry Potter erhielt Mattel die Lizenz 2000. 2001 wirkt Barbie in
ihrem ersten Film. 2002 starb die Mitbegruenderin Ruth Handler im
Alter von 85 Jahren. 2002 feiert ‚Matchbox’ 50 Jahre. Eine kurze
Erlaeuterung: ‚Matchbox’ ist realtitaetsgetreu und ‚Hot Wheels’
symbolisieren Auftreten, Geschwindigkeit und Fantasie.

Dies waren nun die wichtigsten
Meilensteine einer kometenhaften Entwicklung, dazwischen immer
weitere Firmenuebernahmen in aller Welt. Mattel Bangkok ‚MBK’
frueher ‚Universal Toys’ besteht in dieser Form erst seit 1997. Hier
im Werk Samut Prakan werden heute nur ausschliesslich die ‚Hot
Wheels’- Spielzeugautos gefertigt. Ganz selten auch Puppen in
volkstuemlichem Design, wie z.B. fuer das APEC -Treffen oder andere
offizielle Anlaesse.
Aus dem Revisionsbericht geht hervor,
dass 1350 Beschaeftigte in zwei Schichten arbeiten. 80% davon sind
Arbeiter und insgesamt 98% weiblich. Alle Mitarbeiter sind ueber 18
Jahre, im Mittel 29 Jahre alt und durchschnittlich 4,5 Jahre bei der
Firma beschaeftigt. Die Schulbildung betraegt 6-7 Schuljahre, was
ueber dem allgemeinen Durchschnitt liegt. Fuer die Mehrheit der
Beschaeftigten ist es der erste Job. MBK ist um gute
Arbeitsbedingungen und das Einhalten der Sicherheitsbestimmungen
aeusserst bemueht. Waehrend der ‚hot season’ (April/Mai) steigt
manchmal die Temperatur ueber den Standardwert. Mattel kuemmert sich
sehr fuer angemessene Belueftung und Hitzestress-Programme um
sicherzustellen, dass die Angestellten unschaedliche und angenehme
Konditionen vorfinden. Auch wird betont, dass auf saubere und gut
gewartete Raeumlichkeiten grosser Wert gelegt wird. Eine Umfrage
ergab, dass 97% der Arbeiter sich als fair behandelt betrachten und
den Respekt der unmittelbaren Aufsichtspersonen schaetzen. Der Grad
der Zufriedenheit unter den befragten Personen wurde mit 4,53
angegeben, auf einer Skala von 1 bis 5. Die globalen
Produktionsrichtlinien sind sicher ein Teil des Erfolges. Das
Fuehrungsprinzip bei Mattel ist die Faehigkeit ein ueberzeugendes
Bild der Zukunft zu entwickeln und zu kommunizieren, das andere
inspiriert und motiviert, Dinge in die Tat umzusetzen. Eine durchaus
ehrgeizige Philisophie fuer den groessten Spielwarenhersteller der
Welt.
Diese positive Einstellung konnten wir
definitiv in dem unterhaltsam und witzig praesentierten Firmenprofil
bei Giri spueren. Es war ausserdem sehr interessant, anschliessend
die Produktionsstaette eines ‚Hot Wheels’-Spielzeugautos zu sehen.
Die vielen Handgriffe bis zur Verpackung sind enorm. Leider kamen
die Barbie Enthusiasten heute etwas zu kurz. Und zu wissen, dass
Cindy Jackson, eine amerikanische Fotografin in London, 19
Schoenheitsoperationen ueber sich ergehen liess, um wie Barbie
auszusehen – das Ganze fuer US $ 165.000, gibt zusaetzlich Fragen
auf. Was ist letztendlich der Mythos der Barbie-Puppe? Angeblich
selbst in unserem Computerzeitalter besitzen junge Maedchen
durchschnittlich 8-10 Puppen. Dem Trend der Zeit folgend nun
natuerlich mit Handys und anderen Gadgets ausstaffiert.
Nach fast 2 Stunden haben wir uns dann
mit einem Monstertruck im Batman-Design als Praesent von Giri und
seinen freundlichen Mitarbeitern verabschiedet. Die ‚Matchbox’-Autos
meiner mittlerweile grossen Jungs betrachte ich seit heute Vormittag
mit gewissem Respekt – auch wenn die Autos zur Zeit in Storage sind.
RR
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