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Besuch der UNESCAP

Eine stattliche
Anzahl von Mitgliedern wurde von Khun Tuenjai (United Nations
Information Services) bereits erwartet. Zuerst allerdings hiess es
einen Besucherpass zu erhalten und die Sicherheitskontrollen zu
durchlaufen. In einem Vortragssaal empfing uns Penelope Lake (UNIS),
die uns eine Videopraesentation ueber die Aufgabe und Struktur von
UNESCAP (United Nations Economic and Social Commission for Asia and
the Pacific) vorfuehrte. Wir konnten dabei unsere Gruppe kurz
vorstellen und auch erlaeutern, was uns dazu bewogen hat, diesen
Besuch bei der UN und UNESCAP anzustreben.

Im Jahr 1949
wurde UNESCAP nach Bangkok verlegt. Die UNESCAP arbeitet nur auf
einer regionalen Ebene. Am 28. Maerz 2007 findet das 60-jaehrige
Jubilaeum der UNESCAP- Aktivitaeten statt. Zu hoeren war unter
anderem, dass der ‚Asian Highway’ 33 Laender auf einer Strecke von
140.000 km miteinander verbindet. Die wichtigsten Aufgaben der
UNESCAP sind HIV/Gesundheitswesen, Kinderarbeit, Umweltproblematik
sowie Situation der Entwicklungslaender, wobei haeufig die
Schlagwoerter ‚reducing poverty’, ‚bridging digital divide’ und ‚social/economic
challenges’ fielen. Der Slogan ‚DARE TO CARE’ fordert fast zu
einem inneren Aermelhochkrempeln auf. Die UN hat nun acht ‚Millenium
Development Goals’ (MDG) zusammengefasst. Diese sollten bis zum Jahr
2015 von allen 191 Mitgliedsstaaten der UN umgesetzt werden.

Im Anschluss an
diese Einfuehrung berichtete Herr Yap Kioe Sheng (Poverty Reduction
Section PDD) ueber Armut im Allgemeinen und Besonderen, wie z.B.
Reduzierung von Armut in einer Region mit extremem wirtschaftlichen
Wachstum. Als Massstab fuer Armut gilt, wie viele Menschen mit
weniger als 1 $ US pro Tag auskommen muessen. Was ist Armut??Diese
Frage wurde mit der Aussage erklaert, dass eine Kombination von
unterschiedlichsten Bedingungen meist mehreren Generationen keinen
Ausstieg aus einem gewissen Kreislauf erlaubt! Dies ist wie eine
Falle zu verstehen, die haeufig Faktoren wie ohne Geldmittel zu
leben, keine Ausbildung zu haben, schlechte Gesundheit und
politische Diskriminierung miteinander verknuepfen.
Mucksmaeuschenstill lauschten wir diesem Vortrag, der uns doch recht
betroffen erscheinen liess.
Marie Sicat (Gender
+ Development Section ESID) gab eine Powerpoint-Praesentation ueber
regional geschlechterspezifische Probleme und die Rollenverteilung
bei der UNESCAP. Themen wie Vormachtstellung von Frauen, Ausbildung
und Fachkenntnisse, Anstellung und Wirtschaftslage wurden erlaeutert.
Erst vor einer Woche lud die UN in ihre Raeumlichkeiten ein, um am
Internationalen Frauentag auf die Beduerfnisse von Frauen weltweit
aufmerksam zu machen.
Als letzte
Referentin des Programmes gab uns Dr. Nwe Nwe Aye (UNAIDS/RST-AP)
einen Ueberblick ueber die Ausbreitung von HIV/AIDS in der Asia/Pacific
Region. Dabei war das Hauptaugenmerk die Betrachtung des Themas aus
der Sichtweise der Frau. Die dezente Praesentation war
hochinteressant und die dargestellten Zahlen und Schaubilder machten
sehr nachdenklich. Allein die Tatsache, dass seit dem Erkennen von
AIDS vor 26 Jahren bereits 25 Mio. Menschen daran verstorben sind,
ist erschreckend und alarmierend.
Es war deutlich
zu sehen, dass die Themenschwerpunkte aller Referenten immer
irgendwie miteinander verknuepft zu sein schienen. Wohl nur ein
steter Einsatz von uebergeordneten Gremien kann helfen, eventuell
einen Ausstieg aus diesem Teufelskreis zu durchbrechen.
Da wir bereits
schon ueber unserem zeitlichen Rahmen waren, wurden wir noch ganz
kurz ueber zwei Etagen in den grossen Konferenzraum gefuehrt. Dies
war dann doch noch recht beeindruckend. Natuerlich wollten wir ganz
schnell ein paar Gruppenfotos vor dem grossen Rednerpult mit dem
UN-Zeichen im Hintergrund machen. Ob die seitlich placierten Flaggen
aller Laender auch noch auf dem Bild sind, wird sich zeigen. An den
Waenden entlang den Gaengen des Gebaeudes befinden sich
ausgezeichnete Kunstwerke, die von verschiedenen Laendern als
Gastgeschenk an die UN gingen. In der Cafeteria konnten wir
letztendlich unseren mittlerweile teils lautstarken Hunger stillen.
Ein aeusserst
anschaulicher Einblick in die Taetigkeit der UN und UNESCAP wird
sicher bei einzelnen Damen ein verstaerktes Interesse an gewissen
Themen geweckt haben. Diverse Informationsmaterialen, DVD sowie
Minenstift und Lesezeichen koennen eine weitere Vertiefung der
Themen nur noch unterstuetzen. Khun Tienjai sei an dieser Stelle
herzlich gedankt fuer die Organisation unseres Besuches. Besten Dank
natuerlich auch nocheinmal an die bereits erwaehnten Referenten
dieses Tages.
Im Nachgang ist
noch eine Zusammenfassung ueber die UN allgemein zu finden:
Ihre Wurzeln haben die Vereinten
Nationen im Voelkerbund (League of Nations), der nach dem Ersten
Weltkrieg mit dem Ziel gegründet wurde, den Frieden auf der Welt
dauerhaft zu sichern. Allerdings erhielt der Völkerbund durch
mangelndes Beitrittsinteresse (so waren etwa die USA kein Mitglied
im Völkerbund) nicht den nötigen Einfluss, um seine Ziele
durchsetzen zu können, und war mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges
praktisch gescheitert.
US-Präsident Franklin D.
Roosevelt unternahm nach dem Scheitern des Völkerbundes noch während
des Zweiten Weltkrieges einen zweiten Versuch, eine Organisation zur
Sicherung des Friedens zu schaffen, und erarbeitete zusammen mit dem
britischen Premierminister Winston Churchill die Atlantik-Charta. Am
1. Januar 1942 beriefen sich 26 Staaten in der Deklaration der
Vereinten Nationen auf die Prinzipien der Atlantik-Charta. Durch die
Mitarbeit der Sowjetunion und der Republik China an der neuen
Friedensordnung kam es am 30. Oktober 1943 zur Moskauer Deklaration
der Vier Mächte, die auf eine schnellstmögliche Schaffung einer
allgemeinen, auf dem Prinzip der souveränen Gleichheit aller
friedliebenden Staaten aufbauenden Organisation zur Aufrechthaltung
des Friedens und der internationalen Sicherheit zielte. Nach
Einbeziehung Frankreichs in den Kreis der hauptverantwortlichen
Mächte konnte die Charta der Vereinten Nationen 1945 auf der
Konferenz von Jalta fertig gestellt werden.
Die Charta trat am 24. Oktober
des gleichen Jahres in Kraft, nachdem die Republik China,
Frankreich, die Sowjetunion, das Vereinigte Königreich, die
Vereinigten Staaten von Amerika und die Mehrheit der
Gründungsstaaten die Charta ratifiziert hatten.
Die Vereinten Nationen haben
ihren Hauptsitz in New York und drei weitere Sitze in Genf (United
Nations Office at Geneva), Nairobi (United Nations Office at
Nairobi) und Wien (United Nations Office at Vienna). In Den Haag
befindet sich der Internationale Gerichtshof. In den UN gelten
Regeln eigener Art, und die Staatsmacht des jeweiligen Sitzlandes
darf dort keine Zwangsmaßnahmen ausüben, wodurch ihre Souveränität
insoweit nicht infrage steht. Dass Einrichtungen der UN eine Art
„Internationales Territorium“ darstellen würden, ist völkerrechtlich
nicht anerkannt. Jedoch genießen ihre Einrichtungen völkerrechtliche
Immunität, ähnlich wie Botschaften.
Derzeit sind 192 Mitgliedsstaaten
mit einem Sitz in den UN vertreten.Die 51 Gründungsmitglieder der UN
im Jahr 1945 waren:
Ägypten, Äthiopien, Argentinien, Australien, Belorussische SSR,
Belgien, Bolivien, Brasilien, Chile, Republik China, Costa Rica,
Dänemark, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Frankreich,
Griechenland, Guatemala, Haiti, Honduras, Indien, Irak, Iran,
Jugoslawien, Kanada, Kolumbien, Kuba, Libanon, Liberia, Luxemburg,
Mexiko, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Norwegen, Panama,
Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Saudi-Arabien, Sowjetunion,
Südafrika, Syrien, Tschechoslowakei, Türkei, Ukrainische SSR,
Vereinigte Staaten von Amerika, Vereinigtes Königreich
Großbritannien und Nordirland, Uruguay und Venezuela.
1973 traten die Deutsche
Demokratische Republik und die Bundesrepublik Deutschland als 133.
und 134. Mitglied der UN bei. Österreich trat der UN im Jahr 1955
bei, die Schweiz 2002. Keine Mitglieder sind unter anderem die
Vatikanstadt (dessen völkerrechtliche Vertretung, der Heilige Stuhl,
jedoch Beobachterstatus hat) und die nicht von allen Ländern
anerkannten Staaten (West-)Sahara (Demokratisch-arabische Republik
Sahara), die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ), die Cookinseln
und die Republik China. Die Republik China nimmt hier jedoch eine
Sonderstellung ein, da sie als Gründungsmitglied der UN von 1945 bis
1971 sogar eines der fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat
war. Im Jahr 1971 musste die Republik China nach einem „Beschluss“
der Generalversammlung aus den UN ausscheiden. Seither vertritt die
Volksrepublik China die chinesischen Interessen innerhalb der
Vereinten Nationen, sperrt sich vehement gegen eine Mitgliedschaft
Taiwans in den UN und ist auch ständiges Mitglied im Sicherheitsrat.
Die UN
finanzieren sich hauptsächlich aus Beiträgen ihrer Mitgliedstaaten.
Man unterscheidet Pflichtbeiträge,
Pflicht-Beitragsumlagen und freiwillige Beitragsleistungen.
Die Charta ist
die "Verfassung" der Vereinten Nationen und wurde am 26. Juni 1945
in San Francisco unterzeichnet. In Kraft trat die Charta am 24.
Oktober 1945. Die Charta ist ein zeitlich nicht begrenzter
völkerrechtlicher Vertrag und wurde seit ihrer Gründung an nur vier
Stellen geändert, nämlich die Artikel 23, 27, 61 und 109. Sie
besteht aus einer Praeambel und 19 Kapiteln mit 111 Artikeln. (Im
Gegensatz dazu hatte die Satzung des Völkerbundes nur 26 Artikel.)
Die Kapitel beschäftigen sich unter anderem mit den verschiedenen
Hauptorganen der UN, der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten,
den Maßnahmen bei Bedrohung oder Bruch des Friedens und bei
Angriffshandlungen sowie ihren Zielen und Grundsätzen.
Die Friedenssicherung ist eine
der Hauptaufgaben der Vereinten Nationen. Sie sind der Vermeidung
und Beendigung internationaler Konflikte zentral verpflichtet. Der
hohe Stellenwert wird dadurch deutlich, dass bereits im ersten
Artikel der UN-Charta das Ziel formuliert wird, ... „... den
Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu
diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen
des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und
andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale
Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen
könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der
Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen.“–
UN-Charta, Art. 1, Ziff. 1
Die Vereinten Nationen haben
durch die freiwillige Einbindung ihrer Mitgliedstaaten ein System
kollektiver Sicherheit geschaffen. Kern dieses kollektiven
Sicherheitssystems ist das allgemeine Gewaltverbot:„Alle
Staaten unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen
die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit
eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten
Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt“.
- UN-Charta, Art. 2, Ziff. 4
Die Blauhelme sind
die Friedenssoldaten der UN. Sie waren als Mittel der passiven
Friedenssicherung nicht in der Charta vorgesehen. Blauhelmsoldaten
tragen zur leichteren Erkennbarkeit neben der Uniform ihres Landes
entweder einen blauen Helm oder ein blaues Barett mit einem
UN-Abzeichen. Die getragenen Waffen sollen aber nur der
Selbstverteidigung dienen. Ein Mandat zur Entsendung von Blauhelmen
kann nur der UN-Sicherheitsrat erteilen, doch die Regierung jedes
Landes darf selbst entscheiden, ob sie Soldaten zu einem solchen
Einsatz entsendet. Bis 1990 haben die UN bereits 500.000 Soldaten
und Zivilpersonen zu Maßnahmen zur Erhaltung des Friedens eingesetzt
- nicht aber zur Friedensherstellung.
Obwohl die Vereinten Nationen
eine Weltorganisation sind, werden schon aus praktischen Gründen
nicht alle Sprachen der Welt offiziell benutzt. Tatsächlich
beschränkt man sich auf sechs Amtssprachen: Arabisch, Chinesisch,
Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch. Von diesen sechs sind
zwei - Englisch und Französisch - Arbeitssprachen. Dies ist in der
Resolution 2 festgelegt, die von der Generalversammlung angenommen
wurde.
Amtssprache bedeutet, dass in
jeder offiziellen Sitzung eine Übersetzung nach und aus diesen
Sprachen zu erfolgen hat und dass alle sitzungsvorbereitenden
Dokumente, alle Resolutionsentwürfe und alle Protokolle und Berichte
in angemessenem zeitlichen Rahmen in diesen Sprachen zur Verfügung
stehen müssen. Für die Arbeitssprachen gilt, dass alle
organisationsinternen Arbeitsabläufe (mündlich und schriftlich) in
diesen beiden Sprachen ablaufen können. Im Umgang mit dem
Sekretariat der Vereinten Nationen hat jede(r) Delegierte das Recht,
sich mündlich und schriftlich in der Arbeitssprache seiner oder
ihrer Wahl auszudrücken. Auch müssen alle offiziellen Äußerungen des
Sekretariats in den beiden Arbeitssprachen ablaufen (Anzeigen,
Beschilderungen, etwa das bekannte „Security Council/Conseil de
sécurité“ in New York, Broschüren, Führungen usw.). Dieses Regelwerk
schließt einsprachige Auftritte prinzipiell aus. Der Deutsche
Übersetzungsdienst der Vereinten Nationen, gemeinsam finanziert von
Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Belgien,
bietet die wichtigsten Dokumente zeitnah in deutscher Sprache an.

www.un.org
www.unescap.org
www.undp.org
www.mdgasiapacific.org
www.unescap.org/esid
www.un.org/womenwatch/daw/vaw
20.03.2007 / RR
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