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Besuch bei Beiersdorf

Alle Jahre wieder … - nein, nicht ganz – es waren
gute eineinhalb Jahre, seit wir zuletzt bei der Firma Beiersdorf
eingeladen waren. Bereits zum dritten Mal durften wir Damen von der
Drehscheibe die Großzügigkeit des Hauses genießen. Leider trafen
einige Mitglieder aufgrund einer Fehlinterpretation der
Anfahrtsskizze etwas verspätet ein. Die Verwirrung entstand wohl
zwischen km 12 und km 24. Eine mutige Selbstfahrerin schaffte es
dann immerhin nach einer Stunde des Herumirrens und vielen U-Turns
auf der Bang Na-Trat Road, doch noch zum Werksgelände zu kommen.
Ihre Geduld und Devise ‚never give up’ hatten ihr unsere absolute
Hochachtung eingebracht.
Schon beim Betreten des Verwaltungsgebäudes der Firma
Beiersdorf fiel uns die flotte Dekoration mit pinkfarbenen
Luftballons ins Auge. Wäre doch nicht nötig gewesen ...!!!, aber
..., wie wir erfahren konnten, war diese Deko nicht wegen uns,
sondern wegen eines Produktlaunches. Ein neues Produkt aus der
Whitening Serie sollte noch am selben Abend in Gegenwart von Presse
der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Es war wirklich toll,
sämtliche Büroräume sowie den Eingangsbereich in dieses Pink gehüllt
zu sehen. Einfach eine schöne Atmosphäre, von der auch wir an diesem
Tag zusätzlich profitieren konnten.

Wir wurden sehr freundlich von den Herren Uwe
Mueller-Koertke (Materials Management), Sitthisak Phonglertrit (Operations
Director) und Bernd Friedrich (Assistant Project Manager) sowie von
Khun Poungpetch (Personal Assistant) empfangen. Zur kleinen Stärkung
gab es vorab Getränke und leckere Pomelo. Mit einer halben Stunde
Verspätung konnte dann der Vortrag beginnen und es wurde wiederholt
betont, dass unsere Unpünktlichkeit bestimmt kein Problem sei.
Sichtlich erleichtert folgten wir daraufhin der
Powerpoint-Präsentation von Herrn Mueller-Koertke, die uns in die
Welt von NIVEA führte.

Die Firma Beiersdorf AG (BDF AG) wurde 1880 von dem
Apotheker Paul Beiersdorf und Oskar Troplowitz, ebenfalls
Pharmazeut, gegründet. Die Fabrik wurde in Elmsbüttel, einem
Stadtteil von Hamburg, errichtet. Das erste Patent im Jahre 1882 war
ein Wundpflaster. Es folgten weitere Produkte wie u.a. Eucerin
(1900), Labello (1909), NIVEA (1911), Hansaplast (1922), 8x4 (1951),
Atrix (1955), Juvena (1990), la prairie (1991) und FUTURO (1996)
sowie Florena (2002), eine Produktübernahme aus der ehemaligen DDR.
Da früher zur Pflege meist nur Vaseline verwendet
wurde, war NIVEA als neue Wasser-in-Öl-Emulsion schon ein riesiger
Fortschritt bei der Hautpflege. Die Produktbezeichnung NIVEA stammt
aus dem Lateinischen von ‚niveus’ ab und bedeutet schneeweiß. Die
Grundrezeptur der Kultpflege in der blauen Dose ist bis heute
unverändert. Das Markenbild war von 1911 bis 1924 in gelb gestaltet
und erst ab 1925 kam die Farbe blau zum Einsatz. Das
Erscheinungsbild wurde seither ca. zehn Mal - teils nur marginal -
verändert und seit 1993 ist das uns nun geläufige Design mit dem
unverwechselbaren Blau samt weißem Schriftzug erhalten. Diese
Tatsache garantiert sicher einen hohen Wiedererkennungswert, was
normalerweise auch solch ein exzellentes Produkt auszeichnen sollte.
Uns wurde dann eine der ersten Radiowerbungen
vorgespielt, wo wir raten durften, welche Persönlichkeit wohl hinter
der Männerstimme steckt. Der schwäbische Dialekt war deutlich zu
hören, aber dennoch war es uns unmöglich, diese Person zu benennen.
Selbst der kleine Hinweis, dass Elly Heuss-Knapp von 1934 bis 1945
für die NIVEA Werbung zuständig war, half uns nicht auf die Sprünge.
Der für uns Unbekannte war der später erste Bundespräsident der
Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss.
Danach sahen wir noch eine Kinowerbung aus dem Jahr
1920 mit dem Titel ‚Eulalias Verjüngung’. Dieser animierte Film
brachte dem damaligen Publikum das Produkt auf witzige Weise mit der
Botschaft ‚Pflege Deine Haut mit NIVEA Creme Puder’ näher.
Mittlerweile ist das Research und Development Center
(R&D) in Hamburg das größte und modernste in Europa, mit 16.000 qm
Fläche und einem Investment von 38 Mio Euro. Heute arbeiten dort 650
internationale Wissenschaftler engstens zusammen mit Universitäten,
dermatologischen Instituten und Geräteherstellern.
Für Thailand wurde am 28.12.1926 der erste Vertrag
zwischen der Firma Beiersdorf und der Firma Kistenmacher – beide
Hamburg - über einen Alleinverkauf in Siam geschlossen. Die Domestic
Sales begannen dann 1927. BDF Thailand (BDF TH) und Indochina
(Burma, Laos, Cambodia, Vietnam) sowie West Asia (Malediven etc.)
sind für einen Markt von 215 Mio Menschen zuständig. Seit 1972 gibt
es die BDF TH und seit 1985 läuft deren Kosmetikproduktion.

Jetzt noch ein paar nennenswerte Fakten und Zahlen:
Aufgrund einer Markforschung nach dem Motto ‚Was geben Menschen für
NIVEA Produkte aus?’ ist bekannt, dass die Schweiz den 1. Platz
belegt mit 20 Euro pro Einwohner/Jahr und Deutschland hierbei auf
Platz 4 liegt. Außereuropäisch ist Australien mit 4,57 Euro auf
Platz 1 und Thailand auf dem 3. Platz. BDF TH konnte bei Domestic
Sales ‚NIVEA + Medical’ im Jahr 1991 Mio 5 Euro und bereits 2007 ca.
Mio 80 Euro verzeichnen. NIVEA liegt bei den Marktanteilen von
Hand/Body, Deo, Lip Care sowie Sun Care auf Platz 1. Auch das
Produkt Eucerin ist ein Marktführer.

Mit dem Ausbau der Männerkosmetik seiner Hauptmarkte
NIVEA hat Beiersdorf seinen Umsatz darüber hinaus deutlich steigern
können. Die Produktionszentren operieren nach dem Motto ‚In der
Region für die Region’. Erstaunlich ist auch, dass hier für den
Import von Lotion 40% Zoll erhoben wird und für Deos, Shampoo,
Rasiergel auch 20% Zoll anfällt. Die Rohstoffe zur Produktion kommen
fast alle aus Europa. Im Moment stehen 140 Produkte (incl. Füllgüter
für Produkte) auf der Liste der SKU (stock keeping unit). Obwohl
alles strikt reglementiert ist und um die Qualität zu sichern,
findet dennoch vor der Produktion stets eine physikalische bzw.
mikrobiologische Prüfung statt.
Die HSE = Health
Safety Environment Policy hat hierbei oberste Priorität.
Insgesamt
werden 53 Länder beliefert. In der Fabrik gibt es 230 fest
Angestellte und im Büro in Sathorn ca. 250. BDF TH hat die größte
Produktion außerhalb Deutschlands. 150.000.000 Stück wurden am
22.12.2007 registriert – eine absolut stolze Zahl.
Die firmeninterne Sicherheit und das Wohlbefinden der
Mitarbeiter spielen eine sehr große Rolle im Hause Beiersdorf. Es
werden vor Ort regelmäßige Feuerlöschübungen veranstaltet,
Erste-Hilfe-Ausbildung und Gabelstapler-Sicherheitstraining
angeboten sowie einmal im Jahr Medical Check Ups für alle
organisiert. Auch auf die Umwelt wird geachtet, indem eine
Kläranlage und Filter das Abwasser reinigen. Dabei gelten hohe
Anforderungen, die den deutschen Vorschriften folgen. Eine CO2
Reduktion wurde um 30% erreicht.

Mit all den Informationen und Daten im Kopf durften
wir nun im Anschluss an den Vortrag die Produktion besuchen.
Safety first – Schuhe umhüllen, Häubchen auf, weißer
Mantel an und in einer Schleuse Hände desinfizieren. Immer wieder
Fragen stellend wurden wir vom Lager beginnend durch die einzelnen
Bereiche geführt. Es war wieder einmal äußerst interessant, die
Maschinen ihrem regelmäßigen Rhythmus folgend zu bestaunen und dabei
die Mitarbeiter zu erleben, die sich diesem wie selbstverständlich
unterzuordnen scheinen. Unsere Neugierde wurde einerseits fragend
bestaunt und andererseits freundlich belächelt.
So gegen Lunchtime wurden wir in die Kantine
geleitet, wo schon ein langer Tisch für uns gedeckt war. Bereits
etwas hungrig nach all den Informationen und Eindrücken konnten wir
das ausgezeichnete Essen und die fürsorgliche Betreuung genießen.
Eifrig schwätzend wurde noch so manche Frage erörtert und auch
gleich beantwortet.

Wohl gesättigt gab es bei der Verabschiedung für jede
Teilnehmerin noch eine blaue NIVEA-Tüte mit diversen Produkten des
Hauses. Mit diesem großzügigen Präsent können sich ab sofort sowohl
Frau als auch Mann von Kopf bis Fuß dann bei Wind und Wetter
pflegen.
Ein absolut dickes Dankeschön geht an Herrn Mueller–Koertke
und seine Mitarbeiter, die uns diesen Besuch ermöglicht haben und
uns die ganze Zeit begleitend zur Seite standen. Vor allem bei Khun
Poungpetch möchte ich mich für den vorab erfolgten geduldigen e-Mail
Austausch bedanken. Das obligatorische Gruppenfoto am Firmeneingang
war zum Schluss natürlich ein Muss. Der Zuruf von Khun Sitthisak,
dass wir das nächste Mal dann in der neuen Kantine speisen würden,
wurde nicht lange hinterfragt. Das wurde von mir einfach so
interpretiert, dass wir bei der Firma Beiersdorf auch in Zukunft für
eine Werksbesichtigung anfragen dürfen. Wir freuen uns bereits jetzt
schon wieder auf einen so informativen und gelungenen Vormittag.
Hier gibt es noch mehr Information über BDF
international und die BDF TH: http://www.beiersdorf.com/
29.04.2008 / RR
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