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Reise nach Belarus und in die Westukraine
Heute mal wieder
ein etwas längerer Reisebericht aus der Ukraine. Während der letzten
2 Wochen hatte ich das Glück, Stefan auf seinen Dienstreisen zu
begleiten, das ist der Vorteil wenn die Kinder aus dem Haus sind.
Wir sind diesmal als nördlichsten Punkt an die Grenze von Lettland
gefahren und am südlichsten Punkt die Grenze zur Slowakei, ihr müsst
euch das mal auf der Landkarte anschauen.
Unsere erste
Reise führte uns nach Belarus/Weißrussland. Die Zugfahrt empfand ich
diesmal als ganz angenehm, wir mussten kein Fenster öffnen (ich
erinnere an die Rückfahrt von der Krim) und auch die Decken waren
ausreichend. Der Zug und die sanitären Anlagen sehr sauber. Die
Grenzkontrolle empfand ich auch nicht so bedrückend wie beim ersten
Mal. Diesmal haben sie mich in ihr geheimes Buch eingetragen, was
das zu bedeuten hat weiß ich nicht. Wir konnten aber ohne Probleme
das Land wieder verlassen. Ich konnte sogar die letzten 3 Stunden
der Fahrt gut schlafen. Im Hotel hat sich nichts geändert, der
Kühlschrank springt nach wie vor bei jedem Telefonat, das mit einem
Mobilphon geführt wird, an, ich weiß auch nicht wie man sonst dort
im Zimmer bespitzelt wird. Also sollte man sich als alleinreisender
verheirateter Mann besser korrekt verhalten. Das Wochenende haben
wir für einen Ausflug in den nicht so verstrahlten Norden
Weißrusslands genutzt. Ihr könnt euch erinnern vor 20 Jahren
Tschernobyl und die Wolke ging direkt über den Süden von
Weißrussland. Die Fahrt ging frühmorgens los, erste Pause im
„Partisanenwald“ zum Frühstück bei 6° und Nebel, aber für FES
Mitarbeiter kein Problem. Sergey und Alexander - Stefans Kollegen
aus Minsk - hatten alles sehr gut vorbereitet.
Weiter ging es
durch ein sehr waldreiches Gebiet, (Belarus besteht aus 40 % Wald )
in den reinen Industrieort Novopolazak. Dort hatte ich schon
Probleme beim Atmen nachdem ich aus dem Auto ausgestiegen bin. Wir
haben hier einen Chemiebetrieb besucht Stefan hatte dort Gespräche
mit unabhängigen Gewerkschaftern. Was in diesem politisch doch eher
diktatorisch geführten Land schwierig ist. In diesem riesigen
Betrieb werden Kunstfasern aus russischem Erdöl hergestellt, es sind
fast alles Gefahrstoffarbeitsplätze, aber die Kontrolle wird in
firmeneigenen Laboren durchgeführt. Die Untersuchungen bei
Erkrankungen werden wiederum in der eigenen Poliklinik gemacht. So
wird z.B. eine Frau wenn sie im Gefahrstoffbereich 1 arbeitet mit 45
berentet, wird sie vorher krank hat sie einige Privilegien wie z.B.
tgl. Milchration und Essensmarken für die Kantine. Im Bereich 2 mit
50 Rente, die Bereiche werden aber ganz willkürlich von der
Firmenleitung bestimmt. So wurde z.B. dem Labor die
Gefahrstoffzulage gänzlich aberkannt. Ich habe bei dem Gespräch
immer an den AMD (Arbeitsmedizinischer Dienst) gedacht und wie bei
uns in Deutschland solche Arbeitsplätze beobachtet werden. Zum Glück
habe ich durch Stefan die Möglichkeit auch solche Eindrücke aus dem
Land mitzubekommen. Ich könnte noch lange darüber berichten. Nach
dem für mich sehr nachdenklich machenden Gespräch sind wir weiter in
ein Frauenkloster gefahren und ich konnte meine Seele ein wenig
baumeln lassen. Auf dem Weg in unser „Erholungsheim“ hatten wir
einen kleinen Unfall, zum Glück gab es nur Blechschaden. Aus einem
Feldweg kam ein bestimmt schon 50 Jahre alter Lastwagen ohne Bremsen
auf die Fahrbahn gefahren, Alexander konnte im allerletzten Moment
noch abbremsen aber leider fehlte ein halber Meter. Der Fahrer hatte
schon einige Biere getrunken (das ist kein Alkohol) und keinen
Führerschein, natürlich wollte er keine Polizei, das wiederum hätte
uns auch Stunden gekostet. Also wurde es direkt geregelt, Alexander
hat bei seiner Werkstatt einen Kostenvoranschlag per Telefon
eingeholt und der Fahrer ist zu seiner Kolchose gefahren und hat ein
Bündel Geld geholt. Da tat mir der alte Mann wieder leid, aber er
wird weiter mit dem Lastwagen ohne Bremsen und Führerschein
arbeiten.
Nach dieser doch
auch sehr interessanten Erfahrung konnten wir endlich in Richtung
unseres Nachtquartiers fahren, aber leider mit einer kleinen
Rückfahrt da es eine Brücke, die im Plan eingezeichnet war in den
nächsten 10 Jahren noch nicht gibt. Das Erholungsheim lag sehr
idyllisch in einen Wald mit See, dort haben schon die Präsidenten
von Russland, Weißrussland und der Ukraine eine Konferenz
abgehalten. Die Preise waren für uns sehr erschwinglich für eine
Suite allerdings ohne Frühstück 36€. Für den Abend hatten die
Kollegen Schaschlik, Tomaten, Paprika und Brot vorbereitet. Der
Grill war mit Holz und allem Drum und Dran versorgt. Im
Produktiladen unterwegs haben wir dann noch 2 Flaschen Bulgarischen
Rotwein gekauft. So haben wir den für unsere Gefühle sehr
abwechslungsreichen Tag bei plus 8° am Grillfeuer ausklingen lassen.
Am nächsten Tag stand auf dem Programm Fahrradfahren durch den Wald
und begutachten der angeblich nicht verstrahlten Pilze. Die
Fahrräder waren sehr gewöhnungsbedürftig, ich hatte ein Klapprad
ohne irgendwelchen Komfort. Am Sonntag hatte Stefan dann ein
Gespräch mit kritischen Journalisten in einem sehr netten Kaffee,
diese Gespräche führt man am besten in einer etwas hektischen und
geräuschvollen Atmosphäre. Der Kaffee und frisch gebackene Kuchen
waren sehr gut. Dann mussten wir uns schon auf den Rückweg machen,
denn wir hatten uns für den Nachmittag noch einen musikalischen
Leckerbissen aufgehoben. In der Sophienkathedrale in Polazk (es gibt
3 so genannte in Kiew, Nowgorod und Polazk, alle benannt nach der
Haghia Sophia in Istanbul) steht die berühmteste Orgel der GUS
Staaten, dort geben namhafte Orgelmusiker jedes Jahr große Konzerte.
Uns wurden auch einige deutsche Namen genannt, aber ich muss leider
zugeben, dass die mir nicht viel sagten. Jetzt werden einige die
Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sagen „so was“. Es war
wirklich ein sagenhaftes Erlebnis, es gab an diesem Tag zwar nur den
örtlichen Organisten aber trotzdem ein Genuss für Ohren und Seele.
Von dort aus traten wir sehr beschwingt den Rückweg an, nach einem
kleinen technischen Stopp an einem Busbahnhof - die Toiletten
möchte ich hier nicht beschreiben, aber für Sigrid und Gretel: so
etwas haben wir selbst auf der Krim nicht gefunden -. Einen Teller
Borsch noch schnell gegessen und es ging weiter nach Minsk.
Der nächste Tag
war für Stefan ein Bürotag und ich habe mich vormittags ein wenig in
Minsk umgesehen, nachmittags hatte ich das große Glück an einer
Stadtführung teilzunehmen. Es gab an den folgenden Tagen eine von
der FES mit organisierter Tagung der NGOs, die in der Tschernobyl
Hilfe tätig sind. Als erstes haben wir das ehemalige Minsker Getto
besucht und einen sehr guten Vortrag vom Leiter der jüdischen
Gemeinde bekommen, danach besuchten wir die Geschichtswerkstatt der
Gemeinde. Da die Gemeindemitglieder langsam zu alt werden und sich
teilweise nicht mehr allein versorgen können, wurden jetzt ambulante
Pflegedienste eingerichtet. Die jüdische Gemeinde wird geduldet aber
bekommt keinerlei staatliche Unterstützung. Nach diesen doch sehr
bewegenden Erläuterungen ging es weiter in die Stadt. Die Stadt
Minsk wurde während des Krieges bis zu 80 % zerstört, die Gebäude
sind daher noch nicht so alt. Viele Kirchen wurden während der
Sowjetzeit in Schulen, Studentenunterkünften oder Turnhallen
umfunktioniert. Diese werden jetzt nach und nach wieder in ihren
ursprünglichen Zustand gebracht. Wie ihr vielleicht wisst, sind
während des Krieges und der Stalinzeit 1/3 der Belarussischen
Bevölkerung ums Leben gekommen.
Für mich war die
Stadtführung sehr aufschlussreich. Ich kenne mich jetzt schon besser
aus in Minsk als Stefan, der alle 2 Monate dort für ein paar Tage
ist. Am nächsten Tag haben wir dann eine Exkursion mitgemacht, die
uns mit den Tschernobyl Hilfsgruppen in ein Dorf in die Nähe der
litauischen Grenze gebracht hat. Dort hin wurden Familien aus dem am
stärksten verseuchten Gebieten im Südosten umgesiedelt. Die Häuser
wurden mit finanzieller und fachmännischer Hilfe aus Deutschland
gebaut. Stefans Kollege Alexander hat dort auch als Student 1992
mitgebaut. Wir haben dort auch noch andere Projekte besucht, zum
Teil meiner Ansicht nach völlig überzogene wie z.B. eine ganz modern
eingerichtete Poliklinik mit Solarzellen-Technologie für 1000
Bewohner in einem Umkreis von 5 km. Diese Poliklinik wird nach
Fertigstellung dann auch noch dem Staat übergeben. Aber die
Teilnehmer waren ganz angetan wie ihre Spendengelder verbaut wurden.
Am besten haben
mir die Teilnehmer gefallen, die jedes Jahr Kinder aus den Gebieten
aufnehmen und ihnen 3 Wochen unbeschwerte Ferien in Deutschland
ermöglichen. Bei der langen Busfahrt habe ich mir manchmal gedacht
wieso ich nicht auf solche Ideen gekommen bin. Abends gab es dann
noch in Minsk die Eröffnungsfeier und ich konnte noch einmal genau
verfolgen was welche Gruppen eigentlich machen. Bei einigen Gruppen
habe ich mir gedacht naja, aber andere haben mich sehr mit ihrem
Engagement beeindruckt. Am nächsten Abend gab es dann noch ein
Konzert zum Anlass des 3. Oktobers, am 4. Oktober von der deutschen
Botschaft veranstaltet. Es hat das Minsker Symphonieorchester unter
der Leitung von Wilhelm Keitel gespielt. Sie sind außerhalb von
Belarus bekannter als zuhause. Wieder ein Hochgenuss. Stefan hat
während des anschließend stattfindenden Empfangs auch einem der 3
Unterzeichner des Vertrags zur Auflösung der Sowjetunion die Hand
geschüttelt. Nach dem guten Essen konnten wir die anschließende
Zugfahrt zurück nach Kiew gut vertragen. Ich bin sogar die 30
Minuten zwischen den Grenzen von Belarus und Ukraine wieder
eingeschlafen. Wieder in Kiew hatten wir für Stunden Stromausfall,
beim letzten Mal war das Wasser für 2 Tage weg.
Am Freitag nach
einem anstrengenden Bürotag, hatte Stefan noch schnell 2
Unterrichtsstunden mit Ludmilla.
Am Samstag haben
wir uns dann nach einem Vortrag von Stefan auf einer Tagung in Kiew
auf den Weg in Richtung Westukraine gemacht. Diesmal mit Wassili dem
Fahrer und Viktor. Das heißt wir sind von Samstag bis Mittwoch mehr
als 2000 km mit dem Auto gefahren. Unser erster Stopp war das
Elternhaus von Wassili. Dort wurden wir mit Äpfeln und Birnen für
die lange Reise versorgt. Unser Ziel für Samstag war die Stadt L`viv/
Lemberg. Ich habe schon von vielen Leuten aus Kiew gehört dass sie
wir eine österreichische Stadt aussehen soll und das stimmt. Die
Straßenzüge erinnern mich sehr an Wien oder auch Basel. Wir haben im
ältesten Hotel der Stadt gewohnt und wie die Dame von der Rezeption
uns in Russisch erzählt hat, hatte das Hotel seine besten und
lustigsten Zeiten vor dem ersten Weltkrieg. Ich erwähne extra in
Russisch, denn in der Westukraine wird fast nur Ukrainisch
gesprochen. Eine kleine Anekdote am Rand, Wassili musste nach dem
Weg fragen und Viktor hat ihm schnell noch nachgerufen „frage in
ukrainisch sonst schicken sie uns in der falsche Richtung“. Am
nächsten Tag hatte wir eine sehr kompetente und kompakte
Stadtführung, L`viv hat gerade seinen 750jährigen Geburtstag
gefeiert und die gesamte Innenstadt ist im Katalog des
Weltkulturerbes aufgenommen worden.
Die Innenstadt
wurde nach Aussagen unserer Stadtführerin innerhalb von 3 Wochen
komplett restauriert, d.h. die Häuser wurden neu gestrichen und das
Kopfsteinpflaster neu verlegt. Zum Geburtstag kamen die
Staatspräsidenten von Polen, Litauen und der Ukraine. Es muss ein
großartiges Spektakel gewesen sein. Natürlich haben wir auch eines
der guten Wienercafes besucht und guten Kuchen gesessen. L`viv ist
auf jeden Fall eine Reise wert, man kommt sich nicht vor wie in der
Ukraine. Ich werde auf jeden Fall noch einmal wiederkommen. Aber
nicht mit dem Auto sondern mit dem Zug, das gefällt mir viel besser.
Weiter ging die Reise in Richtung Karpaten, Stefan hatte dort ein
Seminar. Die Fahrt nach Slavke war nicht spektakulär aber ganz nett
mit den immer näher kommenden Hügeln. Die Karpaten in der Ukraine
sind eher ein Mittelgebirge. Das Hotel war ganz nett mit allem
ausgestattet, auch mit Pool. Stefan ist natürlich gleich in das 17°
kaltes Wasser. Wie ihr vielleicht wisst, zu Sowjetzeiten war es so,
wenn der Chef etwas macht, müssen seine Mitarbeiter auch ran und
hier hieß es auch in den kalten Pool. Viktor war früher
Leistungsschwimmer. Ihm hat es glaube ich nichts ausgemacht aber die
anderen fanden es nicht so lustig, nur Wassili und ich (wie üblich
habe ich bewusst meinen Badeanzug zuhause gelassen) sind nicht rein.
Am nächsten Morgen vor dem Frühstück wieder das gleiche Spiel.
Ich sagte, das
Hotel war mit allem ausgestattet was man braucht, dass heißt hier
auch viel Wodka. So hatten einige andere Hotelgäste schon
nachmittags dem ganzen gut zugesprochen. Ich musste am Abend zum
ersten Mal den hier von allen geliebten fetten Speck mit Salzgurken
essen, er wurde mit Wodka runtergespült. Stefan hat mittlerweile das
Schwein zum nicht Schwein erklärt. Mir hat er erklärt nachdem ich
mich etwas zierte der schmeckt nach Marzipan oder besser noch nach
nichts, so war es dann auch. Ich belasse es aber bei diesem Versuch.
Zum Frühstück gab es dann das typische Osteuropäische: erst einen
kleinen Teller mit Wurst und Käse, danach gab es für uns an diesem
Tag Blumenkohl mit Käse überbacken, Kartoffeln und die üblichen
Würstchen. Tee und Kaffe zum Schluss. Zum Wintersport würde ich
nicht in diese Gegend fahren denn die Straßen und die Infrastruktur
lassen doch noch zu Wünschen übrig. Wir haben eine kleine Exkursion
mit dem Auto gemacht, ich hatte ständig Angst dass wir irgendwo
aufsetzen. Es gibt dort zwar wilde Bautätigkeiten aber die Strassen
dorthin fehlen, die Skilifte haben auch schon bessere Tage
gesehen. Auf unserer Suche nach einem Wanderweg sind wir plötzlich
auf einem Bauernhof gelandet, die Bäuerin hat uns gleich ins Haus
gebeten und erzählt, dass sie bis zu 20 Studenten in ihrem Haus
aufnehmen kann. Wie ihr seht, gibt es überall
Übernachtungsmöglichkeiten, aber keine gut ausgeschilderten
Wanderwege. Wir haben dann endlich den richtigen Einstieg gefunden
und konnten eine kleine Bergbesteigung unternehmen. Wir haben
festgestellt dass es sich auch nicht für Wandertouren lohnt in diese
Gegend der Karpaten zu fahren. Nach diesen Feldstudien haben wir uns
am Nachmittag in Richtung Uzschgorod aufgemacht. Es sind bis zur
Hauptstraße 21 km. Für diese Strecke haben wir 2 Stunden gebraucht,
ihr könnt euch also ausrechnen in welcher Geschwindigkeit wir
unterwegs waren. Für uns als Beifahrer war es natürlich sehr
interessant das Leben am Rande zu beobachten, es ist uns aufgefallen
das es in dieser Gegend fast nur ältere Leute und Kinder gibt. Da
kam mir natürlich gleich der Gedanke wie ist es mit der ärztlichen
Versorgung? Oder gibt es in jedem Dorf eine Hebamme? Wir haben viele
Frauen gesehen, die eine Kuh beaufsichtigt haben, meistens haben sie
sie an einer Leine spazieren geführt. War es eine größere Herde
waren 2 Männer zuständig. Zum Glück lagen die Dörfer an einer
Bahnstrecke und so besteht die Möglichkeit das eine oder andere Mal
in eine größere Stadt zu fahren. Als wir endlich auf der
Hauptstrecke waren mussten wir erstmal unser Kreuz ausschütteln. Die
Strecke nach Uzschgorod ist landschaftlich sehr schön mit den dicht
bewaldeten Hügeln. Auf der Autobahn hat uns plötzlich ein alter
Moskwitsch überholt, der einen Sarg auf dem Dach geladen hatte. Das
kam mir vor wie Graf Dracula auf Reisen. Unsere beiden Mitfahrer
waren auch sehr erstaunt und ein wenig erschreckt, da das wohl
normalerweise nicht üblich ist. Aber wir waren ja in den
Transkarpaten. Stefan hatte dort wieder ein Seminar und einige für
ihn wichtige Gespräche.
Uzschgorod ist
eine kleine nette Grenzstadt mit netten Fußgängerzonen und Cafes.
Wir haben auch eine kleine Exkursion an die 2 km entfernte Grenze
gemacht. Früher gab es den kleinen Grenzverkehr für die Bewohner,
der wurde aber 2004 eingestellt, jetzt müssen sie auch ein Visum für
die Slowakei beantragen. Ich vermute auch wegen der doch sehr regen
Tätigkeit der hübschen ukrainischen Fräuleins im horizontalen
Gewerbe. Uzschgorod hat noch eine sehr wichtige Einrichtung, eine
Kognakfabrik, dort mussten wir natürlich offiziell hin und eine
Degustierung mit dem Direktor der Fabrik machen. Wir ihr vielleicht
wisst müssen alle Flaschen die auf dem Tisch stehen leer sein, nun
könnt ihr euch vorstellen wie es bei der Probe geendet hat. Wir
waren 6 Personen und es werden 4 Sorten in der Fabrik hergestellt.
Die beiden einfachsten mussten zum Glück wirklich nur probiert
werden, aber die anderen mussten vernichtet werden. Der Fahrer und
ich haben uns wie beim Schwimmen zurückgehalten. Es gibt dort eine
Sorte die heißt „Uzschgorod“ die wurde extra für die Unterzeichnung
des Gasvertrages von 1981 zwischen Helmut Schmidt und Leonid
Breschnew hergestellt. Nach dieser Exkursion war nicht mehr viel vom
Tag übrig und wir freuten uns dass wir ein schönes Hotelzimmer
hatten.
Damit war unsere
Reise in die Westukraine auch beendet. Der nächste Tag bestand nur
noch aus vielen Kilometern die wir auf mehr oder weniger guten
Straßen zurücklegen mussten. Es mussten noch ein paar Mitbringsel
auf dem Rückweg für die Familie und das Büro besorgt werden. Dass
kennen wir schon aus Asien. In Kiew angekommen kam ich mir vor als
ob ich den ganzen Tag auf einem Schiff verbracht hätte, vermutlich
habe ich mir einen Nerv im Nackenbereich eingeklemmt. Wir hatten
auf dieser Reise sehr viel Glück mit dem Wetter nur Sonnenschein und
milde Temperaturen.
Diese Reise fand
schon im Herbst statt, aber vielleicht ist es für euch auch mal ganz
interessant etwas über Belarus/ Weißrussland und die Westukraine zu
erfahren.
Anorthe Chrobot
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