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Fußball für ein besseres Leben
Das 2. Wohltätigkeits-Fußballturnier
der Hoffenheim Supporters Bangkok brachte 500.000 Baht für kranke
Karen-Kinder.
„Saw Pah Ber“ hat immer noch
Schmerzen. Als wir ihn im MaHa Raj Nakorn Hospital in Chiang Mai
besuchen kann er sich zwar noch nicht bewegen, aber er strahlt, als wir
ihm den Playmobil-Ritter schenken.
„Paw Sah Ber“ ist ein Kind der Karen. Ein Kind, das durch die
Turniereinnahmen eine Chance erhält.
Bei den Karen handelt es sich um
eine ethnische Minderheit, die in Burma von der Militärregierung
unterdrückt und verfolgt wird. Sie flüchten seit Jahrzehnten nach
Thailand und leben in insgesamt neun Lagern mitten im Dschungel im Nord-Westen
an der Grenze zu Myanmar. Sie werden von der thailändischen Regierung
nur geduldet, nicht anerkannt.
In zwei dieser provisorischen Dörfer
stellen die Malteser International (MI) die gesundheitliche
Versorgung für 33.000 Flüchtlinge sicher. Die Arbeitsbedingungen sind
äußerst schwierig. Mehr als drei Stunden dauert die Fahrt von der MI-Basis
in Mae Sariang zu den Camps. In der Regenzeit ist ein Durchkommen
teilweise unmöglich. Vor Ort stehen dem Team nur einfachste medizinische
Mittel zur Verfügung, die oft nicht ausreichen. Immer wieder benötigen
Karen-Kinder dringende Behandlungen außerhalb der Lager in staatlichen
Krankenhäusern. Die Kosten hierfür müssen durch Spenden abgedeckt werden.
Gelder, die nicht immer vorhanden sind, weshalb die MI jedesmal
aufs Neue eine schwere Entscheidung in Abhängigkeit der
Behandlungskosten treffen müssen.
Dank der Sponsoren und durch die
Einnahmen des Turniertages wurden 500.000,- THB erwirtschaftet. Spenden,
mit denen Karen-Kindern wie „Saw Pah Ber“ eine Zukunft geschenkt werden
kann.
Wir sind nach Chiang Mai gereist, um uns persönlich zu vergewissern,
dass das Geld ankommt.
Am 09.03.2010 saßen Lisa und ich
bereits im Flieger in den Norden. Unsere Männer sind Mitgründer des
Fanclubs. Das Turnier Ende Januar war ein voller Erfolg und jetzt soll
das Geld so schnell wie möglich dort ankommen, wo es dringend gebraucht
wird.

„Saw Pah Ber“ ist 9 Jahre alt. Er
leidet an einer schweren Osteomyelitis, Sepsis und Fehlbildung des
linken Beines. Seit drei Monaten lebt er mit seiner Mutter nun schon im
MaHa Raj Nakorn Hospital. Ein schwerer Sturz beim Spielen veränderte
sein Leben.
Dies geschah vor 12 Monaten in Burma, wo es in seinem Heimatdorf weder
Ärzte noch Medikamente gab. Als der Mutter mit ihm und den drei anderen
Söhnen die Flucht ins Camp glückte - der Vater lebt nicht mehr - war das
Bein so in Mitleidenschaft gezogen, dass die MI davon ausgingen,
man müsse es amputieren. Das Kind wurde sofort in ein
Spezial-Krankenhaus gebracht und mit hochdosierten Antibiotika behandelt.
Er hatte einen Schutzengel, dass er die Blutvergiftung überlebte. Dank
der guten ärztlichen Versorgung konnte auch die Amputation verhindert
werden. In einer ersten Operation wurde das Bein mit einem Metallstab
fixiert. Zusätzlich wird weiter Antibiotika verabreicht. „Schmerzen? -
Ja, es tut weh“ sagte er. Seine Bewegungsfreiheit ist nach der OP stark
eingeschränkt und es ist leider nicht absehbar, wie lange er in der
Klinik ausharren muss. Trotzdem hat er sein Lachen nicht verloren. Lisa
und ich schlossen den aufgeschlossenen, aufgeweckten und klugen Jungen
sofort in unsere Herzen.

Auch „Naw Chi Bwei Wah“ ist ein Kind
ohne Heimat. Einen Tag vor unserem Besuch wurde sie ins Suandok
Universitätskrankenhaus eingeliefert. „Naw Chi Bwei Wah“, Rufname „Pii-ä“,
ist 18 Monate alt und hat die angeborene Herzschwäche PDA,
Persistierender Ductus Arteriosus. Bei „Pii-ä“ hat sich der Ductus
Arteriosus nach der Geburt nicht wie üblich geschlossen, so dass Blut
von der Aorta über den Ductus Arteriosus wieder in den Lungenkreislauf
gelangt und sich dort der Blutfluss erhöht. Im Januar wurde die
Krankheit bei dem Mädchen diagnostiziert, die sich durch Herzrasen,
Kurzatmigkeit, immer wiederkehrende Infekte, verminderte Belastbarkeit,
Müdigkeit und Erschöpfung bemerkbar macht. „Pii-ä“ und ihre Mutter haben
eine anstrengende Reise vom Lager nach Chiang Mai hinter sich. Die
Kleine reagiert mit Fieber und Schnupfen. Um die Herzoperation
durchführen zu können, muss dieser Infekt erst behandelt werden. Auch
das gibt es häufig: warten bis zur letzten Minute, ob die Kinder 100%
für die OP bereit sind. Zwei Tage nach unserer Reise war es dann soweit:
Der Eingriff konnte durchgeführt werden und der Ductus Arteriosus wurde
erfolgreich verschlossen. In der Regel erholen sich Kleinkinder sehr
schnell.
Wir von den Hoffenheim Supporters bleiben am Ball.
Zwei Kinder, die eine Chance auf
eine bessere Zukunft bekommen.
Wir danken allen Sponsoren und
Gästen des Turniers, die dies möglich machen!
Michaela Ehrmann
im Namen der Hoffenheim Supporters Bangkok
Einsatz für die Flüchtlingslager:
http://drehscheibe-bangkok.com/index%20seite/Malteser/malteser%20start.htm
Malteser International, Mae Sariang:
medizinische Hilfe für Flüchtlinge aus Myanmar:
http://www.malteser.de/61.Malteser_International/61.05.Projekte/61.05.03.Asien/ald_projekt_liste.asp?region=2&sprache=1&land=thailand
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